Interview mit Thomas Caduff von Fundplat: Gute Strategien scheitern oft an der Umsetzung - ich sorge dafür, dass sie wirken
Strategie

Interview auf Fundplat: „Gute Strategien scheitern oft an der Umsetzung – ich sorge dafür, dass sie wirken.“

Thomas J. Caduff, CEO von Fundplat, der Zürcher Plattform für Events und Multimedia für professionelle Investoren, hat mich zum Thema strategische Kommunikation für Finanzdienstleister interviewt. Im Gespräch ging es um typische Kommunikationsfehler in Wachstumsphasen, die unterschätzte emotionale Kraft von Finanzthemen, den Einsatz von KI im Marketing – und warum LinkedIn für Finanzprofis mehr ist als ein Reichweitenkanal.

Strategische Kommunikation für Finanzdienstleister

Frage 1: Sie beraten als strategische Kommunikationsberaterin inhabergeführte Finanzdienstleister in Wachstumsphasen. Was sind die typischen Kommunikationsprobleme, auf die Sie dabei stossen?

Das grösste Problem: Kommunikation besteht oft aus Einzelmassnahmen ohne übergeordnete Strategie. LinkedIn-Posts hier, Website-Update da, Pressearbeit wenn gerade Zeit ist. Viel Aktivität, aber keine Wirkung, die auf Unternehmensziele einzahlt.

Kommunikation entfaltet erst dann Kraft, wenn Positionierung, Botschaften und Kanäle präzise aufeinander abgestimmt sind. Eine zentrale Leitidee, die sich durch alle Touchpoints zieht. Konsistent in Sprache und Haltung.

Genau hier fehlt vielen Unternehmen die Klarheit: Was macht uns wirklich einzigartig? Welche Botschaften erreichen welche Zielgruppe? Kommunikation wird zu selten als strategischer Hebel behandelt. Genau da setze ich an.

Frage 2: Finanzmarken tun sich im Marketing deutlich schwerer als Lifestyle-Angebote, weil sie keine Emotionen verkaufen. Ist diese Haltung noch zeitgemäss?

Auf den ersten Blick haben es Lifestyle-Marken einfacher. Schöne Bilder, emotionale Momente, Instagram-kompatibel. Mit einem Fonds kann man so nicht werben. Aber das greift zu kurz.

Finanzdienstleister verkaufen Vertrauen, Sicherheit, die Realisierung von Lebenszielen. Das sind hochgradig emotionale Themen. Nur eben anders verpackt. Es geht um Beziehungen, die auf Glaubwürdigkeit und echtem Verständnis basieren. Und darum, Expertise und Haltung in überzeugende Inhalte zu übersetzen.

Gerade jetzt, wo KI und Automatisierung zunehmen, wächst die Sehnsucht nach dem Echten. Die persönliche Beziehung gewinnt wieder an Wert und damit auch Kommunikation, die Vertrauen schafft.

Frage 3: Immer mehr Unternehmen experimentieren mit KI im Marketing. Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren – und welche Fehler sollten sie vermeiden?

Der grösste Fehler: Quantität vor Qualität. Viele produzieren jetzt massenhaft Content, weil es technisch einfach geworden ist. Aber KI kann keine Strategie ersetzen und keine echten Beziehungen aufbauen. Das Ergebnis: Alles klingt ähnlich, die Aufmerksamkeit sinkt.

Drei Erfolgsfaktoren: Erstens, Strategie vor Tools. Zuerst definieren: Wofür stehen wir? Welche Kernthemen besetzen wir konsequent? Erst der Plan, dann die Produktion.

Zweitens, KI-Sichtbarkeit strategisch aufbauen. Websites müssen strukturiert und maschinenlesbar sein, Inhalte aktuell. KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity bevorzugen klare, aktuelle Informationen. Wer hier nicht optimiert, wird nicht gefunden.

Drittens, auf Einzigartigkeit setzen. Menschen suchen echte Expertise und klare Haltung. Wer das bietet, hebt sich ab.

Frage 4: LinkedIn: Warum sind so wenige Finanzprofis aktiv und nutzen die Plattform nicht stärker?

Weil viele das falsche Ziel verfolgen. Sie jagen Reichweite hinterher und wundern sich, dass keine Geschäftswirkung folgt. Aber Reichweite ist Mittel, nicht Ziel.

Die eigentlichen Ziele sind andere: Vertrauen aufbauen, Expertise zeigen, Reputation stärken. Gerade in der Finanzbranche, wo Reputation essenziell ist.

Hinzu kommt: Viele CEOs sind eher zurückhaltend, weil sie z.B. keine Angriffsfläche bieten wollen. Dabei ist LinkedIn ein Kanal, den sie selbst kontrollieren können. Und: Menschen folgen Menschen, nicht Logos. Gerade für wachsende Unternehmen sind Corporate Influencer ein enormer Hebel – ob Gründer, Führungskräfte oder interne Fachexperten.

Was viele unterschätzen: LinkedIn ist heute genauso relevant wie klassische Pressearbeit. Journalisten suchen hier nach Experten für ihren nächsten Artikel oder Podcast. Meine Kunden werden regelmässig angefragt. Und wer in Medien zitiert wird, wird auch von KI-Systemen bevorzugt ausgespielt, denn diese greifen vor allem auf Medienberichterstattung zurück.

Frage 5: Welche drei Kernratschläge würden Sie geben – und wie können Interessierte Sie am besten kennenlernen?

Erstens: Klarheit vor Aktivität. Bevor Sie kommunizieren, müssen Sie wissen, wofür Sie stehen. Nicht was Sie tun, sondern warum. Ohne diese Basis verpufft jede Massnahme.

Zweitens: Denken Sie von Ihrer Zielgruppe her. Nicht: Was wollen wir sagen? Sondern: Was muss meine Zielgruppe verstehen, damit sie sich für uns entscheidet?

Drittens: Kommunikation ist Chefsache. Kein Nebenschauplatz, sondern ein strategischer Hebel für Wachstum.

Wer mich kennenlernen möchte: am besten über ein unverbindliches Erstgespräch. Ich habe mich selbständig gemacht, weil gute Strategien oft an der Umsetzung scheitern. Bei mir bekommen Sie beides aus einer Hand. Kontakt über LinkedIn oder sandrakirstein.com.

Zum vollständigen Interview auf Fundplat

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Sandra Kirstein
Ich begleite inhabergeführte Unternehmen auf Wachstumskurs in allen Fragen der Unternehmens- und Finanzkommunikation. Seit über 20 Jahren verbinde ich strategische Beratung mit konkreter Umsetzung für interne und externe Zielgruppen. Ich arbeite wie eine externe Kommunikationsabteilung und übernehme Aufgaben dort, wo intern Kapazitäten fehlen. Meine Inhalte unterstützen Ihre Unternehmensziele und werden von Menschen, Suchmaschinen und KI-Systemen gleichermaßen gefunden und verstanden.
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