Wer in den letzten Monaten mit Begriffen wie AEO (Answer Engine Optimization) oder GEO (Generative Engine Optimization) konfrontiert wurde und sich fragte, was davon ernst zu nehmen ist, bekommt jetzt eine Antwort direkt von der Quelle: Google Search Central hat jüngst einen Leitfaden veröffentlicht, der erklärt, wie Websites in einer zunehmend KI-geprägten Suche sichtbar bleiben.
Die Suche verändert sich
Immer mehr Menschen suchen heute über KI-Funktionen direkt in der Google-Suche nach Informationen, statt sich selbst durch Suchergebnisse zu klicken. Die Art, wie Ergebnisse dargestellt werden, hat sich verändert. Was die KI-Systeme als glaubwürdig, relevant und zitierwürdig einstufen, basiert aber weiterhin auf denselben Grundprinzipien: Vertrauen, Relevanz und Qualität.
Der Grund dafür ist einfach: KI-Antworten werden nicht eigenständig erfunden, sondern aus dem bestehenden Google-Suchindex gespeist – aus Quellen, die Google bereits kennt und nach denselben Kriterien wie bisher bewertet. Wer dort nicht sichtbar ist, taucht in KI-Antworten nicht auf. Google schreibt das ausdrücklich in seinem Leitfaden: „Die Best Practices für SEO sind weiterhin relevant, da unsere generativen KI-Funktionen auf unseren zentralen Systemen für Ranking und Qualität basieren.“
Was Sie nicht brauchen
Der Leitfaden enthält etwas Ungewöhnliches: Google listet explizit auf, welche verbreiteten Empfehlungen schlicht falsch sind. Keine LLMS.txt-Dateien, kein spezielles KI-Markup, kein Markdown, das KI-Systemen angeblich hilft, Ihre Inhalte besser zu verstehen. Keine Notwendigkeit, Texte in kleine Abschnitte zu zerlegen, damit KI sie besser verarbeiten kann. Auch kein Umschreiben von Inhalten speziell für KI-Suchanfragen, denn KI-Systeme verstehen Synonyme und Bedeutungszusammenhänge und finden Ihre Inhalte auch dann, wenn die Formulierung nicht exakt der Suchanfrage entspricht. Keine künstlichen Erwähnungen: Wer versucht, durch unechte Backlinks oder gekaufte Nennungen Sichtbarkeit zu erzwingen, investiert in etwas, das Googles Systeme erkennen und abwerten. Und laut Google ist kein spezielles Schema-Markup für KI erforderlich: Strukturierte Daten verbessern die Sichtbarkeit in generativen KI-Funktionen nicht.
Wenn alle gleich klingen, entscheidet sich niemand für Sie
Einzigartige Inhalte mit echter Expertise, eine technisch zugängliche Website und nachweisbare Glaubwürdigkeit: Das sind die drei Faktoren, auf die Google im Leitfaden wiederholt hinweist. Besonders der erste Punkt verdient Aufmerksamkeit. Google formuliert es so: Überlegen Sie, welche tiefe Expertise Sie in Ihre Inhalte einbringen können, und wiederholen Sie nicht einfach, was andere im Internet bereits gesagt haben.
Der Grund, warum das heute wichtiger ist als je zuvor: KI-Tools machen es möglich, Inhalte in Minuten zu produzieren. Websites entstehen über Nacht, LinkedIn-Posts in Sekunden. Das Ergebnis sieht man überall: Auftritte, die alle gleich klingen, mit denselben Formulierungen, denselben Strukturen, denselben austauschbaren Botschaften. Google hat das erkannt und hält es im Leitfaden explizit fest: Erstellen Sie keine Inhalte, die genauso gut von einem KI-Modell hätten produziert werden können.
Was differenziert, ist nicht das Werkzeug, sondern was dahintersteht. Eine Website, die in wenigen Stunden mit KI zusammengestellt wurde, ist nicht per se schlecht. Aber sie sieht oft genauso aus wie die hundert anderen, die in derselben Woche entstanden sind. Dasselbe gilt für LinkedIn-Posts, die nach Schema F klingen und sich von denen der Mitbewerber kaum unterscheiden. Was bleibt, ist eine Zielgruppe, die keinen Unterschied mehr erkennt – und sich im Zweifel deshalb auch für keinen entscheidet. Was wirklich zählt, ist eine klare Positionierung, eine Sprache, die Ihrer Zielgruppe etwas sagt, und Inhalte, die aus echter Expertise entstehen. KI kann dabei ein wertvolles Werkzeug sein, aber nur, wenn Strategie und Authentizität die Grundlage bilden.
Technisch bedeutet das außerdem: Ihre Website muss indexierbar sein, schnell laden und auf allen Geräten funktionieren. Das klingt selbstverständlich und ist es doch oft nicht.
Was das für Ihr Unternehmen konkret bedeutet
Viele meiner Kunden sind sehr gut in dem, was sie tun. Ihre Websites erzählen das aber zu selten. Texte, die zu allgemein gehalten sind, Strukturen, die Besucher eher verwirren als führen, Botschaften, die nicht konsistent über alle Kommunikationskanäle laufen: Genau das bestraft die KI-Suche stärker als je zuvor. Denn wo früher eine Seite mit dem richtigen Keyword noch in den Ergebnissen auftauchte, entscheidet heute die Gesamtqualität des Auftritts darüber, ob ein Unternehmen in einer KI-generierten Antwort vorkommt oder gar nicht erst erscheint. Das ist kein technisches Problem, sondern ein kommunikatives. Und das lässt sich gezielt angehen.
Ein Blick nach vorne
Google widmet im Leitfaden einen Abschnitt einem Thema, das noch am Anfang steht: KI-Agenten. Das sind Systeme, die im Auftrag von Nutzern eigenständig handeln und die Informationen recherchieren, Preise vergleichen und Angebote einholen – und dabei direkt auf Websites zugreifen. Für Website-Betreiber bedeutet das, dass mittelfristig nicht nur Suchmaschinen und Menschen ihren Auftritt beurteilen, sondern auch Agenten, die Entscheidungen vorbereiten. Wer heute einen klaren, gut strukturierten und glaubwürdigen Auftritt hat, ist auch dafür gerüstet.
Fazit
Googles Leitfaden bestätigt, was gute Kommunikation schon immer ausgemacht hat: Wer klar positioniert ist, aus Expertise heraus nützliche Inhalte produziert und technisch sauber aufgestellt ist, wird gefunden – von Menschen und von KI. Was sich verändert hat: Der Spielraum für einen Auftritt, der das nicht erfüllt, wird täglich kleiner.
Fragen Sie sich, wie Ihre Website in der KI-Suche aktuell aufgestellt ist? Ich schaue mir das gerne an und zeige Ihnen konkret, wo Optimierungspotenzial steckt. Schreiben Sie mir gerne an oder buchen Sie sich gerne einen kostenlosen Termin bei mir.



